blondeSchlumpfine

Montag, Februar 06, 2017



Meine Erfahrungen mit dem Pro Immun-Test und der nachfolgenden Ernährungsumstellung – Teil 1 (nach drei Monaten)

Jeden Winter war ich ständig krank. Schnupfen, Erkältung, Kopfweh wegen „verstopfter“ Stirnhölen. Kirschkernkissen, Infrarotbestrahlung, Neocitran, Influbene, … Im Winter 2015/2016 habe ich beschlossen, das in den Griff zu bekommen und bin zu einer privaten HNO-Ärztin gegangen, die sowohl Allgemeinmedizinerin ist, als auch von alternativen Heilmethoden angetan ist. Ich habe pflanzliche Medikamente bekommen, war zur Akupunktur (5 Termine) bei ihr und der Schnupfen war weg. Leider aber habe ich mir schnell den nächsten geholt, nachdem ich wenige Tage gesund war. Also nächste Akupunkturrunde. Auch diesmal ist der Schnupfen weg gewesen, und leider auch schnell wieder gekommen… Meine Ärztin meinte schon, es sei vielleicht eine Allergie, weil die Schleimhäute danach aussähen und hat mir einen antiallergischen Nasenspray verschrieben, den ich ausprobieren sollte. Der war nur viel zu stark und unangenehm. Dann war der Winter vorbei und meine Beschwerden auch…. Bis zum Oktober 2016, wo ich wieder mit einem dicken Schnupfen bei ihr war. Diesmal hat sie mich gleich auf die „klassischen“ Allergien (Laktose, Fruktose und Bluttest) austesten lassen [bis auf eine kleine Glutenunverträglichkeit aber ohne Befund]. Dann hat sie mir ein Prospekt es ProImmun  M-Tests mitgegeben und gemeint, dass das noch eine Möglichkeit wäre. Einige ihrer Patienten haben damit gute Erfahrungen gemacht. Nach Rücksprache mit meiner privaten Krankenversicherung (welche 80% der Kosten übernimmt), habe ich den ProImmun M-Test (Blutabnahme) durchführen lassen.
Ein bis zwei Wochen später erhielt ich die Resultate: 76 verschiedene Lebensmittel durfte ich für mindestens drei Monate nicht zu mir nehmen. Ich war verzweifelt und wollte die Ernährungsumstellung auf nach Weihnachten vertagen. Meine Ärztin hat mir aber gut zugeredet/ eingeredet, dass wenn ich nicht gleich damit beginne, ich vermutlich nie damit anfangen würde. Also habe ich beschlossen, all die Leckereien aus dem Kühlschrank (Mozzarella, Schokolade, Käse, …) in den nächsten Tagen aufzuessen und langsam die Ernährungsumstellung zu beginnen. Unter Tags hielt ich mich schon brav daran. Zum Einkaufen brauchte ich ewig, da ich bei jedem Produkt die Inhaltsstoffe studieren und mit meiner „Einkaufsliste“ abstimmen musste. Kartoffel, Süßkartoffel und Steak wurden meine neuen Freunde. Salat und Tomaten, aber mit weißem Pfeffer (statt schwarzem). Hirsebrei mit Kokosmilch statt des geliebten Joghurts mit Müsli. Kaffee nur ein bis zwei Mal pro Woche (davor hab ich täglich 5 Tassen getrunken). Kein Alkohol (naja, da habe ich gelegentlich Ausnahmen gemacht).
Nach wenigen Tagen konnte ich mit Energie in der Früh aufstehen (kannte ich nicht, war immer ein Morgenmuffel) und habe nicht die Schlummertaste betätigt. Meine Verdauung wurde besser. Plötzlich kam der Gewichtsverlust: 2 Kilo innerhalb von 3 Tagen – dann zum Glück wieder stagnierend. Meine Ärztin hatte mir vorausgesagt, dass ich abnehmen würde. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich am Anfang der Ernährungsumstellung besonders gesund gegessen hätte: Landjäger, Nüsse, Cranberries, Neuburger, … Trotzdem habe ich abgenommen. Mit der Zeit habe ich erkannt, dass die Paleo-Ernährung ziemlich gut auf meine Ernährungsumstellung passt (glutenfrei, laktosefrei, frei von raffiniertem Zucker) und habe diese ausprobiert und mit meinen Vorgaben umgesetzt (plus Hülsenfrüchte).
Es hat mich nicht glücklich gemacht. Mein Freund (der „normal“ isst), muss meine lechzenden Blicke ertragen. Ich frage mich, ob es eine „Genussdepression“ gibt? Oft war mir nur zum Heulen zumute, weil ich Brot essen wollte, oder eine vernünftige Pizza (hier haben mich die Paleo-Varianten noch nicht überzeugt). Auch pastatechnisch habe ich viel Grausliches ausprobiert (Konjak-Nudeln, oder Kirchererbsennudeln, die weder Struktur haben noch bissfest sind) – hier kann ich die rotenLinsen-Nudel oder auch die GrünenErbsen-Nudeln von PEDRON empfehlen. Als Snack habe ich Linsenchips für mich entdeckt! Und schließlich habe ich auch eine Marke gefunden, die Cranberries ohne Sonnenblumenöl anbietet. Unsere Restaurantbesuche beschränkten sich auf Steaklokale, weil ich in anderen Lokalen nichts zum Essen finde (außer Beilagensalat und/oder Pommes).
Mein Fazit nach 3 Monaten: minus 8 Kilo und schnupfenfrei :) Ich war in den drei Monaten nicht krank, hatte nur zwei Mal Schnupfen, der nach 48 Stunden auch wieder weg war. Mein Immunsystem funktioniert wieder J
Nach den ersten drei Monaten war ich bei meiner Ärztin zum Beratungsgespräch. Sie meinte, dass nur ca ein Fünftel ihrer Patienten die Diät so durchziehen und auch nur diese Erfolg haben. Ich gestehe, dass ich den Rotationsplan (man soll an vier aufeinander folgenden Tagen nicht das gleiche essen) nicht eingehalten habe.
Jetzt beginnt die Phase der Wiedereinführung einzelner Lebensmittel. Entgegen der ProImmun-Vorschläge (aber laut Empfehlung meiner Ärztin) probiere ich jedes bisher gemiedene Lebensmittel intensiv aus (5 Tage hintereinander täglich essen), um herauszufinden, ob ich es vertrage. Erbsen und Kakaobohnen darf ich schon wieder in meinem Speiseplan willkommen heißen. Ich habe schon Erbsensuppe gegessen und Brownies gebacken – schön langsam wird mein kulinarisches Leben wieder lebenswert :)

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