blondeSchlumpfine

Dienstag, Oktober 28, 2008

it's a beautiful day

i got a new job starting december 1st
i finally got a positive grade at the K2C-exam

2 more exams and the diploma thesis - easy!

Sonntag, Oktober 12, 2008

Paulo Coelho: Der Alchimist

Das Buch wurde mir als "Feel-good"-Buch empfohlen. Es ist zwar gut, aber besser fühle ich mich dadurch nicht.
Es geht um einen jungen Mann, der in Andalusien Schafhirte ist. Wegen einer Traumdeutung geht er zu einer Zigeunerin, die ihm bestätigt, daß bei den Pyramiden in Ägypten ein Schatz auf ihn wartet. Weiters trifft er einen König, mit dem er ins Gespräch kommt, der Dinge über ihn weiß, die er gar nicht wissen kann. Er wird in seinem Vorhaben, sich auf die Suche nach seinem Schatz zu machen, bestärkt, verkauft seine Schafe und fährt mit dem Schiff nach Tarifa, Afrika. Dort lernt er in einem Cafè einen jungen Mann kennen, der ihn fragt, was er hier tut und wohin er wolle. Zu den Pyramiden? Ob er genug Geld hätte? Der Jüngling zeigt ihm das Geld, das er durch den Verkauf der Schafe bekommen hatte. Der andere will ihm dabei helfen, Kamele zu kaufen und geht mit ihm auf den Markt. Nach einem Moment der Unachtsamkeit bemerkt der Jüngling, daß der hilfsbereite junge Mann mit seinem Geld in der Menschenmenge verschwunden ist. Er schlendert durch die Stadt und kommt zu einem Kristallwarenverkäufer. Er beginnt dort zu arbeiten; zunächst putzt er nur die Gefäße, mehr Kunden kommen und kaufen. Er hat auch die Idee, Pfefferminztee in den Gefäßen zu servieren und zu verkaufen, was den Umsatz wiederum steigen läßt. Nach einem Jahr hat er genug Geld beisammen, um sich weiter auf die Reise zu machen. Er schließt sich einer Karawane an, lernt einen Engländer kennen, welcher auf der Suche nach einem Alchimisten ist und versucht, die Alchimie zu verstehen, indem er die Bücher des Engländers liest. Aufgrund von Rivalitäten in der Wüste muß die Karawane länger in einer Oase verweilen. Dort trifft er auf Fatima und verliebt sich in sie.
Der Jüngling hat eine Vision darüber, daß die Oase angegriffen wird (Oasen sind tabu für derlei kriegerische Aktivitäten) und kann die Ältesten davon überzeugen, sich zu bewaffnen und am Morgen gelingt es ihnen, den tatsächlich erfolgten Angriff abzuwehren. Obwohl der Jüngling seine große Liebe nicht verlassen möchte, wird ihm vom Alchimisten der Oase klar gemacht, daß er seine Reise fortsetzen muß, weil er es sonst bereuen würde. Der Alchimist begleitet ihn und macht ihn auf sein Schicksal, seinen Lebensweg, und die Zeichen aufmerksam. Als sie von Kriegern gefangengenommen werden, gelingt es dem Jüngling nach Gesprächen mit dem Wind und der Sonne, mit der Hand, die alles erschaffen hat, zu sprechen; ein Wüstensturm zieht auf und die Krieger lassen die beiden weiterziehen, schicken sogar eine Eskorte mit. Als sie in einem Mönchskloster Rast machen, verwandelt der Alchimist Blei zu Gold und teilt es unter dem Jüngling, dem Mönch und sich auf, wobei der Mönch zwei Stücke erhält, eines für sich und das andere für dem Jüngling, falls er wieder überfallen wird.
Ein Sprichwort heißt: "Alles, was dir einmal passiert, passiert möglicherweise nie wieder. Aber alles was zweimal passiert, wird sicher auch ein drittes Mal passieren.
Der Jüngling macht sich nun allein auf die Reise zu den Pyramiden und findet sie auch. Laut dem Alchimisten ist an der Stelle, wo seine Tränen fallen werden, der Schatz begraben. Tatsächlich muß der Jüngling aus Dankbarkeit dafür weinen, daß Gott ihn an seinen persönlichen Lebensweg hatte glauben lassen, er den König, den Händler, den Alchimisten und Fatima kennengelernt hat. Er beginnt zu graben und wird überfallen, das Gold gestohlen und er verprügelt. Er erzählt den Räubern, daß er von einem Schatz geträumt hat, der bei den Pyramiden vergraben liegt. Daraufhin sagt der Anführer, er habe an dieser Stelle auch einen wiederkehrenden Traum von einem Schatz gehabt, der in Spanien in der Nähe einer verfallenen Kirche liegt, wo die Hirten mit ihren Schafen zu schlafen pflegen; doch er sei nicht si dumm, wegen eines Traumes die Wüste zu durchqueren.
Im Epilog erfährt man, daß der Jüngling Santiago heißt, er nach Spanien gefahren ist (mit dem Goldstück, das er sich beim Mönch geholt hat), den Schatz gefunden hat. Er erinnert sich daran, der Zigeunerin ein Zehntel seines Schatzes geben zu müssen und freut sich darauf, Fatima wiederzusehen.

Wenn man (...) immer dieselben Menschen um sich hat, dann lassen wir sie zu einem festen Bestandteil unseres Lebens werden. Und wenn sie dann ein fester Teil davon geworden sind, wollen sie unser Leben verändern. Und wenn wir dann nicht so werden, wie sie es erwarten, sind sie enttäuscht. Denn alle Menschen haben immer genaue Vorstellungen davon, wie wir unser Leben am besten zu leben haben. Doch nie wissen sie selber, wie sie ihr eigenes Leben am besten anpacken sollen.
Je näher man an seinen Traum herankommt, umso mehr wird der persönliche Lebensweg zum eigentlichen Lebensziel.
Der Jüngling begann zu verstehen, daß diese Ahnungen ein kurzes Eintauchen der Seele in den universellen Lebensstrom sind, in dem die Lebensgeschichten aller Menschen miteinander verbunden sind und aus dem wir alles erfahren können, denn alles "steht geschrieben". "Maktub".
Niemand muß das Unbekannte fürchten, weil jeder Mensch das erreichen kann, was er eigentlich will und was er braucht. Wir fürchten uns lediglich vor dem Verlust dessen, was wir besitzen, fürchten um unser Leben oder die Felder, die wir bestellt haben. Aber diese Angst vergeht, wenn wir begreifen, daß unsere Geschichte und die Geschichte der Erde von derselben Hand geschrieben wurde.


In der Alchimie nennt man es die Weltenseele. Wenn du dir etwas aus tiefstem Herzen wünscht, dann bist du der Weltenseele näher. Sie ist immer eine positive Kraft.


Wer in den Lebensstrom eines anderen eingreift, der wird nie seinen eigenen entdecken.


"Gib dich nicht der Verzweiflung anheim. Sonst wirst du dich nicht mehr mit deinem Herzen verständigen können", sagte der Alchimist mit einer ungewöhnlich sanften Stimme.




Paulo Coelho: Der Alchimist. Zürich: Diogenes Verlag AG, 1996

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