blondeSchlumpfine

Dienstag, Dezember 11, 2007

6 Jahre - ein Resümee-Versuch

Heute vor sechs Jahren habe ich in der Kanzlei begonnen, nun versuche ich, Resümee zu ziehen. Habe ich viel gelernt? Naja, auf dem Gebiet der Leistungserfassung und Causenauswertung kann mir keiner was vormachen, aber werde ich dieses Wissen in meinem späteren Leben brauchen können? Wohl kaum, außer ich benötige einmal die Dienste eines Rechtsanwaltes...
Ich habe gelernt, mit verschiedenen Leuten auszukommen (das lernt man wohl oder übel in jedem Job).
Bis Februar habe ich ja "nur" in der Leistungserfassung gearbeitet, damals bin ich zur "Honorarverrechnung" für einen der Partner aufgestiegen. Dieser Job ist zwar abwechslungsreicher, aber auch stressiger, man ist vielmehr den Wünschen anderer ausgesetzt. Oft kommt eine Anfrage oder ein Änderungswunsch rein, den ich am Besten aus dem Gedächtnis beantworten können sollte, allerdings ist die Fülle an verschiedenen Akten so groß, daß ich das beim besten Willen nicht kann! Immer muß ich alles nachschauen, kann nicht so arbeiten wie ich will, da mir noch Daten anderer Leute fehlen... Ich muß mehr "regergieren" :o) als ich wirklich arbeiten kann. Eine Honoranote zu erstellen funktioniert eigentlich auf Knopfdruck, dann aber die Änderungswünsche, die fehlende UID/VAT Nummer, andere Rechnungsadresse, Ungereimtheiten in den Adressen/ Ansprechpartnern... Mittlerweile kann ich meine Vorgängerin verstehen, daß dieser Job sie nicht glücklich gemacht hat!
Ich arbeite trotzdem gern in der Kanzlei. Die meisten Leute sind wirklich nett, man kann Schmäh führen...
Heute habe ich mich auf die Suche nach dem Mail gemacht, daß mich bei den Kanzlei-Mitarbeitern ankündigt, anscheinend gab es damals nicht. Aber es war lustig, sich die alten Mails durchzulesen, ich hatte damals zum Teil einen anderen - legereren - Umgang mit einigen Mitarbeitern, so würde ich das heute nicht mehr schreiben!

Mein Einstellungsgespräch - das war vielleicht was! in meinem Lebenslauf stand natürlich, in welcher Schule ich war, der Partner, mit dem ich das Gespräch hatte, meinte, sein Neffe (?) wäre auch in der Schule gewesen. Als er bei meinen Hobbys "Segeln" sah, sagte er nur, einer der Partner wäre auch begeisterter Segler. "Wissen Sie was, Sie haben den Job!" Außerdem meinte er, er hoffe, ich würde mehr Farbe in die Kanzlei bringen.
Ich weiß zwar nicht, ob mir das wirklich gelungen ist, allerdings glaube ich schon, daß ich die meiste Zeit Frohmut versprühe und immer zu Scherzerln aufgelegt bin. Sonst würde ich ja auch nicht versuchen, inoffizielle Events zu veranstalten. Was mich wiederum dazu bringt, daß ich in der Kanzlei eine gute Freundin gefunden hab, mit der ich alles mögliche und unmögliche anstellen kann!
Die Kanzlei war lange Jahre meine beste Ausrede dafür, nicht zu lernen, sondern zu arbeiten. Mittlerweile schaffe ich es, beides unter einen Hut zu bringen, natürlich muß ich in puncto Überstunden zurückstecken, was sich zwar positiv auf meine Uni-Leistungen auswirkt, andrerseits mein Minus auf dem Konto nicht vermindert.
Durchsetzungskraft? Ich fürchte, betreffend diese Eigenschaft habe ich in letzter Zeit einiges verloren. In meinem früheren Aufgabengebiet war es einfacher, den Leuten in den A. zu treten und das einzufordern, was ich brauche. Mittlerweile scheitert es daran, daß ich zwar Reminder schreibe, diese aber nicht wirklich beachtet werden.
Resümee? Keine Ahnung! ich arbeite gern dort, bin mit meinem Job mäßig zufrieden, ich muß nicht weit fahren, ich mag die Leute, genieße Vertrauen...