Marie Antoinette

ein Film von Sofia Coppola. Davor hatte ich schon ein Making of auf MTV gesehen, und allein diese Vorschau hat mir so gut gefallen: all diese Kostüme, die Schuhe, die Torten, die Dekadenz...
Der Film beginnt in Wien als Marie Antoinette (Kirsten Dunst) von ihren Eltern nach Versailles geschickt wird, um Louis zu heiraten. Sie darf nichts aus ihrer Heimat mitnehmen, nicht einmal ihren Mops. Louis ist sehr schüchtern, und die beiden kommen anfangs nicht sehr gut miteinander aus, obwohl sich Marie Antoinette sehr bemüht. Als sie aufgrund des Todes des Königs zum neuen Königspaar gekrönt werden, ist das größte Anliegen aller, daß die beiden einen Thronfolger zur Welt bringen. Nachdem die beiden noch unerfahren sind, klappt das natürlich nicht so gut... Marie Antoinette verschließt die Augen vor der Welt und den Mißständen in ihrem Land (darf man von einer 17-jährigen verlangen, sich mit Politik auszukennen?), bzw. lenkt sich mit dekadenten Parties, einer kleinen Affäre und ihren Freundinnen ab. Sie bekommt ihre erste Tochter, Marie Therese, danach einen kleinen Sohn, das dritte Kind stirbt (das ist eine Szene, die sehr interessant umgesetzt wurde: man sieht zwei Angestelle, die ein Bild von Marie Antoinette mit 3 Kindern aufstellen, kurz darauf kommen sie wieder, hängen das Bild ab und erneuern es durch eines, auf dem nur zwei Kinder zu sehen sind, danach sieht man nur noch alle in schwarz gekleidet, hinter einer Kutsche herschauend, in die ein kleiner Sarg geladen wurde...)
Als der wütende Mob vor Versailles steht, geht Marie Antoinette auf den Balkon und verneigt sich vor ihnen, das reicht natürlich nicht. Die Familie muß aus Versailles flüchten. Die letzte Szene ist in der Kutsche, und auf eine Frage von Louis erwidert sie, Versailles anblickend, sich zu verabschieden.
Der Film ist voll von langatmigen Szenen, in denen nur Wert auf die Bilder und weniger auf die Handlung gelegt wird. Sehr bunt und einfach schön anzuschauen. Man könnte sagen, der Film sei seicht und hat wenig Handlung, allerdings sollte man keinen Anspruch auf historische Richtigkeit und erschöpfende politische Hintergründe stellen, wenn man sich diesen Film anschaut. Man darf erleben, wie ein junges Mädchen, das von der Gesellschaft immer nur als "die Österreicherin" beeichnet wird, die es nicht schafft, dem Land einen Erben zu schenken, es schafft, sich daran zu erfreuen, wenn sie durch eine Wiese läuft, wie schön es ist, ihrer Tochter im Stall die Hühner und deren Eier zu zeigen (auch eine nette Szene: eine Angestellte putzt die Eier und legt sie zurück ins Nest, damit Marie Antoinette schöne, saubere Eier finden kann), oder einen Maskenball geniessen kann (wo sie flirtet und den schwedischen Soldaten kennenlernt, mit dem sie später eine Affäre hat)...
Ein bezaubernder Film - kein historisches Epos, mehr der gelungene Versuch, die Welt aus den jungen Augen Marie Antoinettes zu sehen...
Labels: Kino

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