blondeSchlumpfine

Sonntag, September 17, 2006

"Das Parfum" (16.9.)


Gestern war es so weit - endlich habe ich den mit Spannung erwarteten Film "das Parfum" gesehen... Vom Kino möcht ich diesmal eigentlich nicht berichten (so viel sei gesagt: Gasometer: einmal und nie wieder).
Der Film dauerte zweieinhalb Stunden, aber leider haben mir noch einige Aspekte gefehlt, die ich noch gern gesehen hätte. Die Umsetzung der Gerüche, die man sich beim Lesen des Buches eigentlich ganz gut vorstellen kann, hat mich fasziniert - ich hätte mir nicht gedacht, daß das so gut gelingt. Vor allem am Anfang, als Grenoille am Fischmarkt geboren wird, braucht man eher einen guten Magen, da einige Szenen wirklich widerlich sind... Im Buch konnte man diese Seiten lesen und brauchte sich nichts dabei vorzustellen, im Kino geht man ja hin, um es sich anzuschauen.
Im Film sind einige Sachen anders als im Buch - aber das braucht man wahrscheinlich für einen guten Film. Vor allem hätte ich mir Grenouille häßlicher vorgestellt. Außerdem habe ich im Film die Darstellung Grenouilles Charakter vermißt. Der Untertitel "Die Geschichte eines Mörders" impliziert Blutrünstigkeit und Absicht, oder? Grenouille würde die Mädchen nicht umbringen, müßte es nicht sein. Im Buch steht, er hätte eine Bettlerin dafür bezahlt, die fettgetränkten Leinentücher für eine gewiße Zeit zu tragen, aber er war mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Er kommt zu dem Schluß, daß er die Mädchen einhüllen muß, ohne daß sie Angst haben (dann wäre ihr guter Geruch dahin) und so erschlägt er sie mit dem Knüppel. Er mag dieses Geräusch nicht - aber es geht nicht anders. Er weiß nicht, daß er etwas Unrechtes tut, er kennt keine Moral...
Aber schließlich handelt es sich hierbei um zwei verschiedene Medien, die verschiedene Zugänge haben und ja deshalb auch gar nicht das gleiche erzählen können.

Fazit: großartiger Film, wer sich aber mit Grenouille auseinandersetzen möchte, sollte das Buch lesen (auch ein zweites/ drittes ... Mal)



Für die Regie wurde der Deutsche Tom Tykwer verpflichtet.

Darsteller:

Ben Whishaw: Der asketisch wirkende Brite spielte mit 23 den "Hamlet" am Londener Old Vic Theatre und sorgte dort für stehende Ovationen. Zuvor hatte der 1980 geborene Schauspieler seinen Abschluss an der Royal Academy of Dramatic Art gemacht und stand in der Ewan McGregor-Verfilmung "Enduring Love" (2004) sowie als "Rolling Stones"-Gitarrist Keith Richards in "Stoned" (2005) bereits vor der Kamera. Mit 25 ist er nun in "Das Parfum" zu sehen: Tykwer bezeichnete Whishaw als "großen Glücksfall dieses Films". Er habe den Zuschauern den Zugang zu dem bizarren Charakter von Grenouille ermöglicht und damit dem Film "eine Seele geschenkt".

Karoline Herfurth spielt das erste Opfer (das Mirabellen-Mädchen).

Mit der jungen Britin Rachel Hurd-Wood spielt eine unwiderstehliche Nachwuchsdarstellerin die rotgelockte Laura.

Die einzige Österreicherin in der internationalen Besetzung: Birgit Minichmayr als Grenouilles Mutter.

Alan Rickman (als Kaufmann Richis, schon bekannt aus Harry Potters Prof. Severus Snape, und Filmen wie "Dogma", "Galaxy Quest" oder "Tatsächlich... Liebe")

Rachel Hurd-Wood: Das jüngste Ensemble-Mitglied kam 1990 in London zu Welt und stand bereits mit sieben Jahren im Schultheater auf der Bühne. Für die Rolle der Laura in "Das Parfum" setzte sie sich gegen hunderte von gecasteten Mädchen durch, als ihren Lieblingsduft nannte sie in einem Interview jenen des Erfolgs.

In weiteren Rollen: Dustin Hoffman und Corinna Harfouch zu sehen.

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